And You Will Know Us By The Trail Of Dead:The Century Of Self
out 20.02.2009
Superball/SPV
Progressiv auf die 12
By Michael Fuchs-Gamböck
"Die Wirtschaftskrise von heute hat auch Vorteile für uns Künstler", meint Jason Reece, Sänger, Gitarrist und Schlagwerker des texanischen Sextetts ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead, nicht ganz ernst. "Denn in Zeiten, in denen sich viele Musiker seelenlosen Castings aussetzen und Plattenfirmen gerne mal in ihrer Hilflosigkeit versuchen, sämtliche ihrer Interpreten einheitlich banal klingen zu lassen, um damit die dicke Kohle einzufahren, genießen Kreative wie wir jeglichen Freiraum. Den nutzen wir liebend gerne, wir lassen uns von nichts und niemandem in unserer Arbeit einschränken! Und können dennoch - oder vermutlich gerade deshalb - prächtig davon leben."
Tatsächlich lassen sich die 13 Stücke auf "The Century Of Self", dem aktuellen siebten Album des Sechsers, noch weniger in Kategorien einordnen als die bisherigen Werke der 1994 gegründeten Formation. Zarte Folk-Töne paaren sich mit brachialen Noise-Attacken, opulenter Progressive Rock mit eingängigem Pop. "Wenn wir Idole haben, so sind das Prog-Koryphäen wie Pink Floyd, frühe Genesis oder Rush", gibt Reece unumwunden zu. "Allerdings bewundern wir diese Leute nicht ausschließlich wegen ihrer Musik, sondern vor allem wegen ihrer monolithischen Position, die sie seit Jahrzehnten bekleiden. Hinter diesen Gruppen stecken Artisten, die zeitlose, unvergleichliche Kunst abgeliefert haben. Genau an diesen Punkt möchten wir auch kommen, jenseits von Zeit und Raum!"
Jason ist überzeugt, dass es ...Trail Of Dead gelingt, diesem Anspruch mehr und mehr gerecht zu werden: "Alleine schon deshalb, weil wir längst diesem albernen Sex & Drugs & Rock 'N' Roll-Lebensstil abgeschworen haben", schnaubt er verächtlich über den Großteil seiner Kollegenschaft. "Wir haben dieses Klischee eine Zeitlang gelebt, aber ich denke, in Zeiten von Globalisierung, Umweltvernichtung und Massenarbeitslosigkeit hat man als Kreativer wahrlich andere Sorgen, als sich darum zu kümmern, wo man den nächsten Fick oder den nächsten Stoff auftreibt. Unser Job ist kein geringerer, als seinen Teil beizutragen, aus dieser Welt einen besseren Planeten zu machen. Viele Menschen ahnen gar nicht, wie heilsam und den Geist inspirierend innovative Lieder sein können. Unter diesem Aspekt", lacht Jason Reece, "machen wir extrem heilsame Musik! Auch wenn der Heilungsprozess für den Hörer gelegentlich mit Schmerzen verbunden ist. Doch da muss er durch, wenn er gesund werden möchte..."
| < Prev | Next > |
|---|





























































